Häufige Fragen zum Bierbrauen
Antworten auf häufige Fragen von Hobbybrauern: Brauwasser, Gärung, Hopfen, Abfüllen, Kohlensäure und die Rechner der Brauwerkstatt.
Erhöhen Braugips und Calciumchlorid die KH?
Nein. Die Salze bringen Calcium, Sulfat und Chlorid, aber kein Hydrogencarbonat. Die KH bleibt gleich; was steigt, ist die Gesamthärte. In der Maische senkt das Calcium aber die Restalkalität.
Warum ändert sich nichts, wenn ich das Calcium-Ziel ändere?
Mit zwei Salzen kannst du nur zwei Werte gezielt einstellen. Die Mengen richten sich nach Chlorid und Sulfat, das Calcium ergibt sich daraus. Das Calcium-Ziel ist nur ein Kontrollwert.
KH-Ziel oder Bierfarbe, womit soll ich rechnen?
Beides führt zum gleichen Ziel, einem Maische-pH von etwa 5,4–5,5. Das feste KH-Ziel ist einfach, die Bierfarbe rechnet das Calcium mit ein und spart oft etwas Milchsäure. Entscheidend ist der gemessene Maische-pH.
Schmeckt man ein paar Zehntel °dH mehr oder weniger Restalkalität?
Nein. 1 °dH Restalkalität verschiebt den Maische-pH nur um etwa 0,03. Das liegt unter der Genauigkeit üblicher pH-Messgeräte.
Warum fällt der pH im kalten Wasser nach der Milchsäure so stark?
Wasser hat wenig Puffer, zudem bleibt die entstandene Kohlensäure im kalten Wasser gelöst. Beim Erhitzen entweicht sie. In der Maische puffert das Malz stark, dort zählt nur die tiefere KH.
Ich habe zu viel Milchsäure zugegeben. Was nun?
Ist die KH zu tief, gibst du unbehandeltes Leitungswasser dazu. Der Rechner zeigt unter „Wenn überdosiert“, wie viel du zugeben musst und ob du Salze nachgeben musst.
Mein Maische-pH ist zu tief. Was tun?
Zwischen 5,2 und 5,4 musst du nichts tun. Unter 5,2 etwas Natron (Backnatron ohne Zusätze) in Wasser lösen und einrühren, 5 Minuten warten und neu messen. Der Rechner nennt die Menge.
Wie messe ich den pH-Wert richtig?
Eine kleine Probe aus der Maische nehmen und auf etwa 20 °C abkühlen. Heiss gemessen zeigt das Gerät einen zu tiefen Wert, und die Elektrode altert schneller. Das Messgerät vor dem Brautag mit Pufferlösung pH 4,0 und 7,0 kalibrieren und die Elektrode immer feucht in Aufbewahrungslösung lagern, nie in destilliertem Wasser.
Warum stimmt meine IBU nicht mit anderen Programmen überein?
Jedes Programm rechnet mit leicht anderen Annahmen, vor allem beim Whirlpool und bei Pellets. Unterschiede von 2–3 IBU sind normal und nicht schmeckbar.
Mein Hopfen hat einen anderen Alphawert als im Rezept. Was nun?
Die Bittere steigt direkt mit dem Alphawert. Trag deinen Wert im Endprodukt-Rechner ein und passe die Menge an, bis die Ziel-IBU wieder stimmt.
Wie viel Zucker gehört in eine Flasche?
Das hängt von der gewünschten Kohlensäure und der Temperatur nach der Gärung ab. Zum Beispiel braucht ein Kölsch mit 5,5 g/l bei 18 °C etwa 3,6 g Haushaltszucker pro 0,5-l-Flasche. Der Karbonisierungsrechner rechnet es genau aus.
Säure-Desinfektion (z. B. Star San) oder QAV-Mittel?
Für alles nach dem Kochen ist ein Säure-Desinfektionsmittel praktischer, weil du nicht nachspülen musst. QAV-Mittel wirken breiter, müssen aber gründlich mit Trinkwasser abgespült werden, da Rückstände Hefe und Schaum schaden.
Wie rechne ich ein Rezept auf meine Sudgrösse um?
Rezept öffnen und oben bei „Sudgrösse umrechnen“ die gewünschte Menge eingeben. Hauptguss, Nachguss und Wasser gesamt siehst du darunter sofort. Mit „Umrechnen“ werden Malz, Hopfen, Wasser, Hefe und die Mengen im Ablauf angepasst, auch im PDF. Stammwürze, IBU und Farbe bleiben gleich.
Wie viel Wasser brauche ich?
Das hängt von Sudgrösse, Malzmenge, Kochzeit und deiner Anlage ab. Der Wassermengen-Rechner unter „Rechner“ berechnet Hauptguss und Nachguss und sagt dir, wie heiss das Wasser sein muss. Nach dem ersten Sud lohnt es sich, Verdampfung und Verluste deiner Anlage bei den Feineinstellungen einzutragen.
Muss ich mein Wasser aufbereiten?
Nicht unbedingt. Mit weichem bis mittelhartem Leitungswasser gelingen viele Biere auch ohne. Bei hartem Wasser und hellen Bieren lohnt sich die Aufbereitung, weil der Maische-pH sonst zu hoch liegt. Der Brauwasser-Rechner zeigt dir, was nötig ist.
Mein Leitungswasser riecht nach Chlor. Was tun?
Chlor und Chloramin geben dem Bier einen medizinischen Geschmack. Eine Campden-Tablette bindet beides in wenigen Minuten, die Menge steht auf der Packung. Freies Chlor verfliegt auch, wenn das Wasser über Nacht offen steht, Chloramin dagegen nicht.
Meine Gärung startet nicht. Was tun?
Ruhig bleiben: Oft dauert es 12–48 Stunden, bis man etwas sieht. Ein Gärspund, der nicht blubbert, sagt wenig, wenn der Deckel nicht ganz dicht ist. Miss lieber mit der Spindel: Sinkt der Wert, gärt das Bier. Hat sich nach 2 Tagen nichts getan, prüfe die Temperatur und gib notfalls frische Hefe dazu.
Mein Bier ist nach 2 Wochen in der Flasche noch flach. Was tun?
Lass die Flaschen noch 1–2 Wochen bei Zimmertemperatur (18–22 °C) stehen, denn im Kalten arbeitet die Hefe kaum. Dreh jede Flasche einmal sanft um, damit sich die Hefe wieder verteilt. Bleibt das Bier flach, war meist ein Verschluss undicht oder zu wenig Zucker in der Flasche.
Mein Bier ist trüb. Ist das schlimm?
Meist nicht, ein Weizenbier soll sogar trüb sein. Klarer wird es mit Irish Moss beim Kochen, schnellem Abkühlen der Würze und einigen Wochen Kaltlagerung. Wird das Bier nur im Kühlschrank trüb, ist es eine Kältetrübung. Sie ist harmlos.
Wie lange dauert es bis zum fertigen Bier?
Brautag etwa 5–7 Stunden, Gärung 1–2 Wochen, Nachgärung in der Flasche 2 Wochen. Obergärige Biere sind nach etwa 4 Wochen trinkfertig, untergärige wie das Helles brauchen mit Kaltlagerung 6–8 Wochen.