Abfüllen, Lagern und Ausschank
Flasche, Fass, Kohlensäure, Gläser und Ausschank. 17 Begriffe.
Abfüllen
- Das Bier nach der Gärung in Flaschen füllen, erst wenn die Spindel 2–3 Tage lang den gleichen Wert zeigt. Speise zugeben, die Flaschen nicht ganz voll machen (etwa einen Fingerbreit Luft lassen) und sofort verschliessen.
Biergläser
- Das Glas beeinflusst Schaum, Duft und Temperatur. Das hohe Weizenglas bietet Platz für den grossen Schaum, ein Tulpen- oder Kelchglas bündelt den Duft, die schlanke Stange hält Kölsch frisch. In Belgien hat fast jedes Bier sein eigenes Glas. Gläser immer fettfrei spülen, sonst fällt der Schaum zusammen.
Bügelflasche und Kronkorken
- Die zwei üblichen Verschlüsse. Bügelflaschen lassen sich ohne Werkzeug immer wieder verschliessen, die Gummidichtungen ab und zu ersetzen. Für Kronkorken braucht es einen Verschliesser, dafür sind die Flaschen günstig und überall erhältlich.
Dose
- Dosen schützen Bier vollständig vor Licht und Sauerstoff und sind leicht. Innen sind sie beschichtet, darum schmeckt das Bier nicht nach Metall. Die erste Bierdose kam 1935 in den USA auf den Markt.
Haltbarkeit und Alterung
- Die meisten Biere schmecken frisch am besten, vor allem hopfige. Kühl und dunkel gelagert halten sie viele Monate. Starke, dunkle Biere wie Doppelbock, Barley Wine oder Imperial Stout können über Jahre reifen und werden dabei runder.
Karbonisierung
- Kohlensäure im fertigen Bier. Bei der Flaschengärung bildet die Hefe sie aus etwas Zucker, der beim Abfüllen dazukommt.
Keg (Fass)
- Edelstahlfass statt Flaschen, oft ein Cornelius-Keg mit 19 L. Das Bier wird mit CO₂ aus einer Gasflasche karbonisiert und frisch gezapft. Das spart das Flaschenspülen, und das Bier ist schneller trinkfertig. Die Anschaffung ist aber teurer.
Mass
- Der bayerische Masskrug mit 1 Liter Bier, heute meist aus Glas, früher aus Steinzeug. Üblich im Biergarten und auf dem Oktoberfest.
Nachgärung (Flaschengärung)
- Gärung in der verschlossenen Flasche nach dem Abfüllen. Die Hefe vergärt den zugegebenen Zucker und bildet so die Kohlensäure. Dauert meist 2 Wochen bei 18–22 °C.
Pasteurisieren
- Kurzes Erhitzen von Bier, um Hefen und Bakterien abzutöten und es länger haltbar zu machen. Benannt nach Louis Pasteur, der 1876 zeigte, dass Mikroorganismen Bier verderben. Unpasteurisiertes Bier schmeckt oft frischer, hält aber weniger lang.
Real Ale (Fassbier)
- Traditionelles britisches Fassbier: Es reift im Fass nach, wird nicht filtriert und ohne zusätzliche Kohlensäure ausgeschenkt, meist mit der Handpumpe und bei Kellertemperatur. Dafür kämpft seit 1971 die Campaign for Real Ale (CAMRA).
Richtig einschenken
- Glas schräg halten und das Bier an der Wand einlaufen lassen, zum Schluss gerade halten, damit sich eine schöne Schaumkrone bildet. Bei Flaschengärung den Hefesatz in der Flasche lassen, ausser beim Hefeweizen: Dort wird die Hefe aufgeschwenkt und mit eingeschenkt.
Speise (Zucker zum Abfüllen)
- Zucker oder Würze, die beim Abfüllen dazukommt, damit sich in der Flasche Kohlensäure bildet. Die richtige Menge zeigt der Karbonisierungsrechner. Zu viel kann Flaschen platzen lassen.
Spunden
- Die Gärung in einem druckfesten Behälter mit Spundventil beenden. Das Ventil hält den Druck, und das Bier behält seine eigene Kohlensäure. So braucht es keinen Zucker zum Abfüllen.
Stange
- Schlankes, zylindrisches Glas. In der Schweiz bestellt man „eine Stange“, also 3 dl Bier vom Fass. In Köln ist die Stange mit 0,2 l das Glas für Kölsch.
Trinktemperatur
- Zu kalt unterdrückt die Aromen, zu warm wirkt das Bier schal. Faustregel: helle Lagerbiere und Weizen 6–8 °C, Pale Ale und Kölsch 8–10 °C, dunkle und starke Biere 10–14 °C.
Zapfanlage
- Damit wird Bier aus dem Fass gezapft. CO₂ aus der Gasflasche drückt das Bier durch die Leitung zum Hahn. Die Leitungen regelmässig reinigen, sonst bilden sich Beläge, die den Geschmack verderben.