Bierstile und Biersorten
Von Pils bis Stout: Herkunft, Geschmack und typische Werte. 61 Begriffe.
Abteibier
- Bier im Stil der Klosterbiere, oft mit Lizenz eines Klosters, aber in einer weltlichen Brauerei gebraut. Echte Trappistenbiere dagegen entstehen in einer Trappistenabtei unter der Aufsicht der Mönche und tragen das Zeichen „Authentic Trappist Product“.
Alkoholfreies Bier
- Bier mit höchstens 0,5 % vol Alkohol gilt in der Schweiz und in Deutschland als alkoholfrei; in manchen Ländern gilt eine tiefere Grenze. Entweder wird dem fertigen Bier der Alkohol schonend entzogen, oder die Gärung wird früh gestoppt bzw. mit speziellen Hefen gebraut, die kaum Alkohol bilden. Gute alkoholfreie Biere haben heute viel Aroma.
Altbier
- Dunkles, obergäriges Bier aus Düsseldorf. „Alt“ steht für die alte Brauweise mit obergäriger Hefe. Kupferfarben, malzig und deutlich herb, kühl vergoren und kalt gelagert. Typisch: 4,3–5,5 % vol, 25–50 IBU.
Australian Sparkling Ale
- Spritziges, helles Ale aus Australien mit viel Kohlensäure. Es gärt in der Flasche nach und hat darum einen Hefesatz. Fruchtig, leicht malzig und mit kräftiger Bittere; der Klassiker stammt von Coopers aus Adelaide. Typisch: 4,5–6 % vol, 20–35 IBU.
Baltic Porter
- Starkes, dunkles Bier aus den Ländern rund um die Ostsee. Es entstand, als englische Porter und Stouts im 18. und 19. Jahrhundert in den Ostseeraum exportiert wurden; später brauten Brauereien dort eigene, oft untergärige Versionen. Es schmeckt nach Karamell, Schokolade, Trockenfrüchten und Lakritz. Typisch: 6,5–9,5 % vol, 20–40 IBU.
Barley Wine
- „Gerstenwein“: sehr starkes, malzreiches Ale, das an Wein oder Likör erinnert. Englische Versionen schmecken nach Toffee, Trockenfrüchten und Sherry, amerikanische sind deutlich hopfiger. Barley Wine reift über Jahre und wird dabei runder. Typisch: 8–12 % vol, 35–100 IBU.
Belgisches Blondes und Starkbier
- Helle belgische Ales mit fruchtigen und würzigen Hefearomen. Das Belgian Blond ist goldgelb und weich (6–7,5 % vol). Das Belgian Golden Strong Ale, etwa Duvel, ist viel stärker, aber durch Zucker im Rezept erstaunlich trocken und spritzig (7,5–10,5 % vol). Typisch: 15–35 IBU.
Bia hơi
- Vietnamesisches Frischbier: ein leichtes Lager mit meist 3 bis 4 % Alkohol, das ohne Konservierungsstoffe gebraut, jeden Tag in Fässern an kleine Lokale geliefert und am selben Tag getrunken wird. Besonders in Hanoi gehört es zum Strassenleben.
Bière de garde
- „Bier zum Lagern“ aus Nordfrankreich. Bauern brauten es früher im Winter und Frühling und lagerten es bis in den Sommer, für die Erntezeit. Malzbetont mit Noten von Toast und Karamell, als Blonde, Ambrée oder Brune. Typisch: 6–8,5 % vol, 18–28 IBU.
Bitter
- Englisches Pub-Bier, meist als Real Ale frisch aus dem Fass mit wenig Kohlensäure gezapft. Bernsteinfarben, malzig, mit deutlicher Hopfenbittere und oft wenig Alkohol. Typisch: 3,2–6 % vol, 25–50 IBU.
Bockbier
- Starkes Lagerbier, ursprünglich aus Einbeck in Niedersachsen: Aus „Ainpöckisch Bier“ wurde „Bock“. Es gibt hellen Maibock, dunklen Bock, den noch stärkeren Doppelbock (früher das Fastenbier der Mönche) und den Eisbock. In Deutschland braucht ein Bockbier mindestens 16 °P Stammwürze. Typisch: 6–7,5 % vol, Doppelbock 7–10 % vol.
Bouza
- Traditionelles Bier aus Ägypten und dem Sudan, aus Brot und Gerste gebraut. Es ist trüb und dickflüssig; seine Herstellung ähnelt der Brauweise auf den Bildern in den Pharaonengräbern. Nicht verwechseln mit der alkoholfreien Boza aus der Türkei und dem Balkan.
Brown Ale
- Braunes, malziges Ale aus England mit Noten von Karamell, Nuss und Toffee. Nordenglische Versionen sind leicht und nussig, amerikanische Brown Ales kräftiger gehopft. Typisch: 4,2–6,2 % vol, 20–30 IBU.
Busaa
- Trübes, leicht säuerliches Bier aus Ostafrika, vor allem aus Kenia, gebraut aus Hirse, Sorghum oder Mais. Wie das südafrikanische Umqombothi wird es oft gemeinsam aus einem grossen Gefäss getrunken.
California Common
- Amerikanischer Stil aus der Zeit des Goldrauschs, auch „Steam Beer“ genannt. Gebraut wird mit Lagerhefe, die aber warm und ohne Kühlung vergärt, früher in flachen, offenen Bottichen. Bernsteinfarben, malzig und toastig, mit einer holzig-minzigen Note vom Hopfen Northern Brewer. Die Anchor Brewery in San Francisco machte den Stil bekannt. Typisch: 4,5–5,5 % vol, 30–45 IBU.
Catharina Sour
- Brasilianischer Bierstil aus dem Bundesstaat Santa Catarina: ein leichtes, erfrischendes Sauerbier, das im Sudkessel mit Milchsäurebakterien kurz gesäuert wird („Kettle Sour“) und viel frische Frucht bekommt, etwa Maracuja, Guave oder Mango. Seit 2021 steht er als erster brasilianischer Stil in den Richtlinien des BJCP. Typisch: 4–5,5 % vol, 2–8 IBU.
Chicha
- Bier aus Mais aus den Anden, das schon die Inka brauten. Für die Chicha de jora lässt man Maiskörner keimen und trocknen, ähnlich wie beim Mälzen. Chicha ist trüb, leicht säuerlich und hat meist wenig Alkohol. Nicht verwechseln mit der alkoholfreien Chicha morada aus violettem Mais.
Cream Ale
- Helles, leichtes und spritziges Bier aus den USA, oft mit Mais oder Reis gebraut. Es wird obergärig oder mit einer Mischung aus Ale- und Lagerhefe vergoren und kühl gelagert, darum schmeckt es fast so sauber wie ein Lager. Trotz des Namens enthält es keinen Rahm. Typisch: 4,2–5,6 % vol, 8–20 IBU.
Dry Lager
- Sehr trockenes, helles Lagerbier mit kaum Restsüsse. Durch eine besonders gründliche Vergärung schmeckt es schlank, spritzig und klar. Der Stil wurde 1987 mit Asahi Super Dry in Japan populär. Typisch: um 5 % vol, wenig Bittere.
Dunkel und Schwarzbier
- Dunkle Lagerbiere. Das Münchner Dunkel schmeckt nach Brotkruste und Karamell, das Schwarzbier ist fast schwarz, aber leicht und trocken, mit dezenten Röstaromen. Typisch: 4,4–5,6 % vol, 18–30 IBU.
Eisbock
- Starkes Bockbier, bei dem man durch Gefrieren einen Teil des Wassers als Eis entfernt. So steigen Alkoholgehalt und Aroma. Der Legende nach entstand der Eisbock in Kulmbach, als ein Fass Bockbier im Winter draussen gefror.
Export
- Kräftiges, helles Lagerbier aus Dortmund, ursprünglich für den Versand gebraut. Etwas stärker als Helles und Pils, ausgewogen zwischen Malz und Hopfen. Typisch: Stammwürze 12–14 °P, 4,8–6 % vol, 20–30 IBU.
Flämisches Rotbier
- Säuerliches, rotbraunes Bier aus Westflandern, das lange in grossen Eichenfässern reift, den Foeders. Milchsäurebakterien und wilde Hefen geben ihm eine weinartige Säure mit Noten von Kirschen und Pflaumen. Das bekannteste Beispiel ist Rodenbach aus Roeselare. Typisch: 4,6–6,5 % vol, 10–25 IBU.
Gårdsøl (Kveik-Bier)
- Bauernbier aus Westnorwegen, auf Höfen nach alten Familienrezepten gebraut, oft mit einem Wacholderaufguss als Brauwasser und mit der hofeigenen Kveik-Hefe. Manche Varianten werden nur kurz oder gar nicht gekocht. Es schmeckt malzig und fruchtig, manchmal nach Wacholder; die Stärke reicht von leicht bis kräftig.
Gotlandsdricke
- Traditionelles Bauernbier von der schwedischen Insel Gotland. Es wird mit Rauchmalz und Wacholderzweigen gebraut, nur wenig gehopft und oft mit Backhefe vergoren. Viele Familien brauen es bis heute für Feste.
Grodziskie
- Polnisches Weizenbier aus Grodzisk Wielkopolski, gebraut aus Weizenmalz, das über Eichenholz geräuchert wird. Hell, sehr leicht, deutlich gehopft und spritzig, mit klarer Rauchnote. Wegen der vielen Kohlensäure nannte man es auch „polnischen Champagner“. Typisch: 2,5–3,3 % vol, 20–35 IBU.
Happoshu
- Japanisches bierähnliches Getränk mit weniger Malz als Bier. Nach japanischem Recht gilt nur als Bier, was mindestens zur Hälfte aus Malz besteht; Happoshu wurde darum lange tiefer besteuert. Daneben gibt es die „dritte Kategorie“ mit noch weniger oder ganz ohne Malz. Seit Oktober 2026 werden alle drei gleich besteuert.
Hazy IPA (NEIPA)
- Trübes, saftiges IPA aus Neuengland in den USA. Viel Hopfen kommt erst spät und beim Stopfen dazu, Hafer und Weizen machen das Bier weich und trüb. Es schmeckt nach Mango, Maracuja und Zitrus und hat nur eine milde Bittere. Am besten ganz frisch trinken. Typisch: 6–9 % vol, 25–60 IBU.
Helles
- Münchner Lagerbier, 1894 als Antwort auf das Pilsner entstanden. Goldgelb, weich und malzig, nur dezent gehopft. Typisch: Stammwürze 11–12 °P, 4,7–5,4 % vol, 16–22 IBU.
Irish Red Ale
- Rötliches, malziges Ale aus Irland mit Noten von Karamell und Toast und einem trockenen, leicht gerösteten Abgang. Die Farbe kommt von einer kleinen Menge Röstgerste. Typisch: 3,8–5 % vol, 18–28 IBU.
Italian Grape Ale
- Italienischer Stil, bei dem Traubenmost oder Trauben mitvergoren werden. Je nach Rebsorte schmeckt das Bier nach Weisswein, Rotwein oder Beeren, oft mit feiner Säure und wenig Bittere. Er verbindet die italienische Weinkultur mit dem Craft-Bier. Typisch: meist 6–9 % vol, 10–30 IBU.
Jopenbier
- Schweres, fast schwarzes Bier aus Danzig, so dick und süss, dass es eher als Medizin oder Würzmittel galt. Es wurde über die Ostsee bis in die Niederlande verschifft und bis zum Ersten Weltkrieg gebraut.
Kaimiškas (litauisches Bauernbier)
- Sammelbegriff für die Bauernbiere aus dem Norden Litauens, etwa rund um Biržai und Pasvalys. Manche werden gebraut, ohne die Würze zu kochen, oft mit eigenen, über Generationen weitergegebenen Hefen. Sie schmecken meist weich, malzig und leicht süsslich.
Kastanienbier
- Bier, für das Kastanien als Mehl, geröstete Stücke oder Kastanienhonig mitgebraut werden. Die Kastanie liefert Stärke, eine nussige Süsse und hilft dem Schaum. Bekannt sind Kastanienbiere aus Korsika, etwa das Pietra, und aus Italien, wo viele Kleinbrauereien im Herbst eines brauen.
Koduõlu
- Estnisches Hausbier, vor allem von den westlichen Inseln wie Saaremaa. Es wird mit Wacholder und Gagel gewürzt, die Würze wird nicht gekocht, und das Bier hat nur seine natürliche Kohlensäure.
Kölsch
- Helles, obergäriges Bier aus Köln, kühl vergoren und kalt gelagert, darum fast so sauber wie ein Lagerbier. Leicht fruchtig, schlank und spritzig. Nach der Kölsch-Konvention von 1986 darf nur Bier aus der Region Köln so heissen. Serviert wird es in der schlanken 0,2-l-Stange. Typisch: Stammwürze 11–12,5 °P, 4,4–5,2 % vol, 18–30 IBU.
Lagerbier
- Sammelbegriff für untergärige Biere, die kühl vergoren und danach einige Wochen kalt gelagert werden. Dazu gehören Pils, Helles, Export, Märzen, Bock und Schwarzbier. Lagerbiere schmecken sauber und rund, weil die kühle Gärung wenig Fruchtaromen bildet. Weltweit ist es die meistgetrunkene Bierart.
Lambic und Gueuze
- Belgische Biere aus der Gegend um Brüssel, die spontan vergären: Die Würze kühlt in offenen Becken ab und wird von wilden Hefen und Bakterien aus der Luft beimpft. Danach reift das Bier bis zu drei Jahre in Holzfässern. Gueuze ist eine Mischung aus jungem und altem Lambic, Kriek ein Lambic mit Sauerkirschen.
Leichtes Lager (Light Lager)
- Sehr helle, leichte Lagerbiere mit wenig Bittere, die eiskalt getrunken werden. Viele werden mit Reis oder Mais gebraut, was sie besonders schlank macht. Dazu gehören das amerikanische Light Lager und viele Massenbiere aus Amerika und Asien. Typisch: 2,8–5,3 % vol, 8–18 IBU.
Märzen und Festbier
- Bernsteinfarbenes, malzbetontes Lagerbier. Der Name stammt aus der Zeit, als in Bayern nur von Herbst bis Frühling gebraut werden durfte: Das im März gebraute Bier lagerte im Keller bis in den Herbst. Das heutige Wiesn-Festbier ist heller. Typisch: Stammwürze 13–15 °P, 5,6–6,3 % vol, 18–25 IBU.
Mild
- Englisches Pub-Bier, meist dunkel, mild gehopft und mit wenig Alkohol. Malzig mit Noten von Karamell, Schokolade oder Nüssen, mit wenig Kohlensäure aus dem Fass gezapft. Lange war Mild das meistgetrunkene Bier Englands, heute ist es selten geworden. Typisch: 3–3,8 % vol, 10–25 IBU.
New Zealand Pilsner
- Helles Lagerbier mit neuseeländischen Hopfen wie Nelson Sauvin, Motueka oder Riwaka. Statt der würzigen Noten europäischer Pilsner bringt es Aromen von Stachelbeere, Limette, Passionsfrucht und Weisswein. Typisch: 4,5–5,8 % vol, 25–45 IBU.
Oud Bruin
- „Altes Braunbier“ aus Ostflandern, etwa aus der Gegend von Oudenaarde. Malziger und weniger sauer als das Flämische Rotbier, mit Aromen von Karamell, Trockenfrüchten und einer milden Säure. Oft werden junges und gereiftes Bier gemischt. Typisch: 4–8 % vol, 20–25 IBU.
Pale Ale und IPA
- Obergärige, hopfenbetonte Biere aus England. Das India Pale Ale (IPA) entstand im 19. Jahrhundert als kräftig gehopftes Exportbier, das die lange Seereise nach Indien gut überstand. Amerikanische Versionen zeigen mit Hopfen wie Cascade Aromen von Zitrus, Grapefruit und Kiefer. Typisch: Pale Ale 4,5–6,2 % vol und 30–50 IBU, IPA 5,5–7,5 % vol und 40–70 IBU.
Pils (Pilsner)
- Helles, klares Lagerbier mit ausgeprägter Hopfenbittere und blumigem Hopfenaroma, 1842 in Pilsen (Böhmen) entstanden. Das tschechische Pilsner ist vollmundiger, das deutsche Pils schlanker und herber. Typisch: Stammwürze 11–12,5 °P, 4,4–5,2 % vol, 25–40 IBU.
Porter und Stout
- Dunkle, obergärige Biere mit Röstmalz. Porter entstand im 18. Jahrhundert in London und war das Bier der Lastenträger. Stout war ursprünglich ein besonders starkes Porter. Irish Stout ist trocken und leicht, Milk Stout süsser, Imperial Stout sehr stark. Typisch: 4–6 % vol und 20–45 IBU, Imperial Stout auch über 10 % vol.
Radler und Shandy
- Mischgetränk aus Bier und Limonade, meist halb und halb. In Deutschland und Österreich heisst es Radler, in der Schweiz und in Frankreich Panaché, in Spanien Clara und in England Shandy.
Rauchbier
- Lagerbier aus Bamberg mit Malz, das über Buchenholzfeuer gedarrt wurde. Es schmeckt deutlich nach Rauch und Speck. Früher wurde viel Malz über offenem Feuer getrocknet, darum schmeckten viele alte Biere etwas rauchig.
Sahti
- Uraltes finnisches Bauernbier aus Gerste und oft Roggen, gebraut mit Wacholder und kaum Hopfen. Die Würze wird meist nicht gekocht, sondern durch die Kuurna gefiltert, einen Holztrog mit Wacholderzweigen. Vergoren wird traditionell mit Backhefe. Sahti ist trüb und süsslich, schmeckt nach Banane, Brot und Wacholder und hat kaum Kohlensäure. In der EU ist es als traditionelle Spezialität geschützt. Typisch: oft um 8 % vol.
Saison
- Belgisches Bauernbier aus der Wallonie, früher im Winter für die Erntehelfer im Sommer gebraut. Trocken, spritzig, fruchtig und würzig, mit pfeffrigen Hefearomen. Typisch: 5–7 % vol, 20–35 IBU.
Sauerbier (Berliner Weisse und Gose)
- Biere mit erfrischender Säure aus Milchsäurebakterien. Die Berliner Weisse ist leicht (um 3 % vol) und wird oft mit Sirup getrunken, die Gose aus Goslar und Leipzig enthält Koriander und Salz. Sauerbiere brauchen eigene Schläuche und Geräte, damit die Bakterien nicht in andere Biere gelangen.
Shilling-Ales
- Alte schottische Bezeichnung: Ales wurden nach ihrem Preis pro Fass in Schilling benannt, also 60/-, 70/- oder 80/- (gesprochen „sixty shilling“). Je höher die Zahl, desto stärker ist das Bier. Die Bezeichnungen gibt es bis heute.
Spezialbier (Spez)
- In der Schweiz ein helles Lagerbier, das etwas mehr Stammwürze und Alkohol hat als das normale Lager, meist um 5–5,5 % vol, und etwas vollmundiger schmeckt. Im Restaurant bestellt man es kurz als „Spez“.
Trappistenbier (Dubbel und Tripel)
- Bier aus Klöstern des Trappistenordens. Das Logo „Authentic Trappist Product“ dürfen nur Biere tragen, die in der Abtei unter Aufsicht der Mönche gebraut werden; der Erlös dient dem Kloster und sozialen Zwecken. Bekannte Stile sind das dunkle, malzige Dubbel (6–7,5 % vol) und das helle, starke Tripel (7,5–9,5 % vol).
Tschechische Lagerbiere
- In Tschechien werden Lagerbiere nach Stammwürze und Farbe eingeteilt. Das „Výčepní“, das Schankbier, ist leicht und süffig (meist 8–10 °P), das „Ležák“ vollmundiger (11–12 °P), dazu gehört das Pilsner. Nach der Farbe gibt es „světlé“ (hell), „polotmavé“ (bernsteinfarben) und „tmavé“ (dunkel). Meist wird frisch gezapft und mit viel Schaum serviert.
Umqombothi
- Traditionelles Bier der Xhosa in Südafrika aus Maismalz, Maismehl und Sorghum. Es wird über mehrere Tage gebraut, gärt offen und ist trüb, cremig und leicht säuerlich, mit wenig Alkohol, meist unter 3 % vol. Getrunken wird es gemeinsam aus einem grossen Tontopf, besonders bei Festen und Zeremonien für die Ahnen.
Weihnachtsbier
- Saisonbier für die Festtage, oft stärker, dunkler und malziger als das übliche Bier, manchmal mit Gewürzen wie Zimt oder Nelken. In Dänemark und Norwegen heisst es Juleøl, in Island Jólabjór, in Frankreich Bière de Noël; in Dänemark kommt Tuborgs Weihnachtsbier am J-Dag in die Bars. Im Frühling folgen in Skandinavien die Osterbiere, etwa das dänische Påskebryg.
Weizenbier
- Obergäriges Bier mit mindestens 50 % Weizenmalz. Die Hefe bringt Aromen von Banane und Gewürznelke. Hefeweizen ist naturtrüb, Kristallweizen filtriert, Dunkelweizen dunkler und malziger. Viel Kohlensäure, kaum Bittere. Typisch: 4,3–5,6 % vol, 8–15 IBU.
Wiener Lager
- Bernsteinfarbenes, malzbetontes Lagerbier, das Anton Dreher 1841 in Schwechat bei Wien zum ersten Mal braute. Das Wiener Malz gibt ihm eine rötliche Farbe und einen leicht getoasteten Geschmack. In Europa wurde der Stil selten, in Mexiko lebt er weiter, etwa im Negra Modelo. Typisch: 4,7–5,5 % vol, 18–30 IBU.
Witbier
- Belgisches Weissbier mit ungemälztem Weizen, Koriander und Orangenschale. Hell, trüb, erfrischend und leicht würzig. Ende der 1950er-Jahre war der Stil fast verschwunden, 1966 wurde er in Hoegaarden wiederbelebt. Typisch: 4,5–5,5 % vol, 8–20 IBU.
Zwickl und Kellerbier
- Unfiltrierte, naturtrübe Lagerbiere mit wenig Kohlensäure, frisch und hefig. Der Name Zwickl kommt vom Zwickelhahn am Lagertank, über den der Braumeister Proben zieht. Das Kellerbier stammt aus Franken und wurde früher direkt im Bierkeller aus dem Fass ausgeschenkt. Typisch: 4,7–5,4 % vol, 20–35 IBU.